Deutsche Hallenmeisterschaften 2019 in Leipzig

Di, 19.02.2019

Zum bereits 8. Mal war die Leipziger Multifunktionsarena „Arena Leipzig“ Austragungsstätte der Deutschen Leichtathletikhallenmeisterschaften. Mit dem kleinsten Aufgebot der letzten 5 Jahre war der SCC mit lediglich 6 Einzelstartern und 2 Staffeln angereist.  Krankheiten, Verletzungen und eine differenzierte Saisonplanung mit Höhepunkten im Spätsommer sorgten für ein generell kleines Starterfeld bei der diesjährigen Meisterschaft.

 

2019 02 16 DHM Kruger Anja webAnja Krüger (Foto: iris Hensel)Am Samstag durften unsere 1500m Läuferinnen den Auftakt ins Meisterschaftswochenende machen. Anja Krüger wurde in den ersten Vorlauf gesetzt, während Hindernissspezialistin Agnes Thurid Gers im zweiten Vorlauf an den Start ging.
Anja hat mutig zwischenzeitlich sogar das Tempo gemacht und kam als Fünfte des Laufes ins Ziel. Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 4:32,36 min musste sie nun gespannt den zweiten Vorlauf abwarten. Der zweite Vorlauf war von Beginn an etwas langsamer und wurde erst durch einen langgezogenen Schlussspurt entschieden. Thurid lief in 4:29,47 min als Vierte ins Ziel ein. Da über 1500m die drei ersten Plätze aus jedem Lauf sowie die drei Zeitbesten ins Finale weiterdurften, freuten sich unsere beiden Damen dank der Zeitregelung über den Finaleinzug.
Das Finale am Sonntag war ein klassisches Meisterschaftsrennen. Mit Gesa Krause und Hanna Klein hatten unsere Mädels haushohe Favoritinnen im Lauf, die auf ihre Spurtqualitäten vertrauten und so den Lauf bewusst langsam hielten. So wurde das Finale erst auf den letzten 350m entschieden, auf denen das Tempo noch einmal deutlich angezogen wurde. Am Ende lief Thurid als Sechste und Anja als 9. ins Ziel. Das Video zum Finallauf der beiden steht hier zur Verfügung.

WeßelNele 800m webNele Weßel (Foto: Iris Hensel)Über 800m liefen am Samstag ebenfalls zwei Damen mit dem "C" auf der Brust ihre Vorläufe. Neben Nele Weßel, die im zweiten Vorlauf gesetzt war und fest die Finalqualifikation im Visier hatte, ging Meisterschaftsneuling Jennifer Hauke im dritten Vorlauf an den Start und versuchte ihr Glück. Anders als bei den 1500m kamen hier nur die jeweiligen zwei Laufbesten sicher ins Finale und niemand über die Zeit.
Nele lief in ihrem Vorlauf mit Christina Hering, mehrfache Deutsche Meisterin über 800m, und setzte sich als Zweitplatzierte in 2:07,40 min (PB) knapp vor der Leverkusenerin Rebekka Ackers durch und konnte sich somit über den fest vorgenommenen Finaleinzug freuen. Für Jennifer lief es bei ihrer ersten Teilnahme bei einer Deutschen Meisterschaft im dritten Vorlauf nicht ganz so gut. Als Vierte kam Jennifer in 2:11,40 min ins Ziel und schied so leider aus, konnte aber wertvolle Meisterschaftserfahrung sammeln.
So war es Nele Weßel, die unsere Farben am Sonntag im Finale der Frauen über 800m vertrat. In einem von den beiden Münchenerinnen Christina Hering und Katharina Trost vom Start an schnell geführten Rennen, dass am Ende zwischen den Beiden über 1/1000 s entschieden wurde, lief Nele als knapp geschlagene Vierte ins Ziel. Mit 2:05,83 min lief sie erneut persönliche Bestleistung und verpasste die Bronzemedaille um lediglich 0,12 Sekunden. Wie Nele sich während des Rennens geschlagen hat, kann hier angeschaut werden.

2019 02 17 DM Halle Yacouba webYacouba Pfälzner auf der Leinwand (Foto: privat)Als „der junge Wilde“ wurde er vom Kommentator angekündigt. Und dass er wildentschlossen war ins Finale zu laufen, zeigte Yacouba Pfälzner über 60m der Männer. Der DLV entschied dieses Jahr auf Vorläufe zu verzichten und ließ über fünf fast voll besetzte Halbfinalläufe die acht Finalteilnehmer finden. Eine mehr als denkwürdige Entscheidung, da hier insgesamt 25 Athleten nur einen Lauf hatten. Yacouba war gleich im ersten Vorlauf. Schneller als der Leser diese Zeile lesen wird, war der Lauf von Yacouba auch schon wieder vorbei. In 6,74 sec und neuer persönlichen Bestleistung wurde er in seinem Lauf dritter. Als Anmerkung, die Laufsieger waren sicher weiter und dazu wurden die drei Zeitbesten gesucht. Und so musste Yacouba lange bitterlich in der Mixed Zone warten, bis er Gewissheit hatte. Am Ende fehlte dem jungen Sprinter 0,01 Sekunden für das Finale! Dennoch darf er sich zehntschnellster Mann bei der Deutschen Hallenmeisterschaft 2019 nennen. Ein Ergebnis, dass ihm und seinem Trainer Sven Buggel Hoffnung für die Sommersaison mit dem Ziel der U23 EM geben sollte.

Liane Weidner, eigentlich über 3000m Hindernis zu finden, trat über 3000m an. In einem historischen Rennen, das von Konstanze Klosterhalfen mit neuem Meisterschaftsrekord dominiert wurde, lief Liane mit Achillessehnenschmerzen in 10:04,14 min als Siebente ins Ziel. Der Rekordlauf kann hier noch einmal verfolgt werden.

2019 02 17 Mahra DHM dlvJoussef Mahra (r.) beim Zieleinlauf (Foto: leichtathletik.de)Für die Sprintstaffeln war es leider ein schwarzes Wochenende. Da der DLV die Stellplatzzeit für die Meisterschaften der Erwachsenen von 90 auf 120 Minuten angehoben hat, wurde die Stellplatzkarte der Frauenstaffel zu spät abgegeben. Eine Maßnahme die unverständlich ist, da alle Vereine auf Grund von knapp vorher stattfindenden Wettbewerben im Vorfeld der Staffeln, die finale Staffelreihenfolge niemals so früh festlegen können.
Während die Damen nicht laufen konnten, gingen die Jungs in der Besetzung Yacouba Pfälzner, Emil Agyekum, Javon Sean Williams und Joussef Mahra an den Start. Leider gab es einen Wechselfehler, sodass die Jungs disqualifiziert wurden.

Es ist eine Meisterschaft gewesen, die auch auf Grund der allgemeinen Situation der Leichtathletik fast alle Beteiligten mit fragenden Gesichter die Heimreise antreten ließ. Dazu zu gegebener Zeit mehr.

Wir bedanken uns im Namen des Vereins bei Claudia Helmstorf für die Physiotherapeutische Betreuung unserer Athleten, sowie den Trainern vor Ort Sven Buggel, André Höhne, Ralph Mouchbahani und Benjamin Schalanda.